Michael Hermann
referierte in Aarau im Hinblick auf die "Keine-10-Millionen-Schweiz!" -Initiative
Noch ist das KIFF 2.0 eine Baustelle und die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Bei einer Besichtigungstour letzten Samstag erhielt man einen spannenden Einblick in das genau durchdachte und flexible Raumkonzept des neuen Aarauer Kultur-zentrums, das im Frühling 2027 seinen Betrieb aufnehmen wird.
Aarau Letzten Samstag lud die IG KIFF (Interessengemeinschaft Kultur in der Futterfabrik) zur Baustellenbesichtigung des neuen KIFF 2.0 ein und gewährte erstmals einen umfassenden Einblick in den Rohbau des neuen Kulturzentrums. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, die künftigen Veranstaltungsräume, Gastronomieflächen und Backstage-Bereiche zu besichtigen.
«Willkommen im schönsten Rohbau, den ich kenne», begrüsste KIFF-Präsidentin Gisela Roth die Gäste im künftigen Konzertsaal mit einem Lachen. Für sie sei es ein emotionaler Moment: «Das KIFF 2.0 war lange eine Idee auf dem Papier und wird jetzt endlich Realität. Ich bin sehr stolz. Die vielen Gedanken, die eingeflossen sind, und das, was wir hier ausgeklügelt haben – dass das jetzt alles Wirklichkeit wird und so aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe, ist unglaublich. Denn hinter jedem Detail steckt ein Gedanke.»
Herzstück des Neubaus ist der grosse Konzertsaal. Hier sollen künftig um die 1000 Besucherinnen und Besucher Platz finden: 750 Personen stehend im Saal, 220 auf der zweistufigen Galerie und weitere 50 auf dem Balkon. Brandschutztechnisch wären sogar bis zu 1300 Personen möglich. «Hier drinnen wird es laut werden. Ich kann mir das gut vorstellen, wenn die ersten Gitarrenakkorde erklingen und hoffe, dass ich beim ersten Konzert dabei bin», schwärmte Roth. «Hier wird es schöne Musikmomente geben, hier wird Geschichte geschrieben. Das KIFF wird ein Ort für alle sein – um Kultur zu erleben, zu feiern, zu tanzen, zu diskutieren und die Kultur weiterzuentwickeln. Ich freue mich darauf.»
Für optimalen Klang sorgen eine Rippendecke und strategisch platzierte schallschluckende «Spaghetti-Platten». Dank einer aufwendigen Raum-in-Raum-Konstruktion mit Doppelschalenmauerwerk dringt praktisch kein Schall nach aussen. Auch Sicherheit wird grossgeschrieben: Seitliche Notausgänge und moderne Brandschutztechnik sind fest eingeplant. Eine grosse Bar im Saal sowie eine zusätzliche Galerie-Bar kümmern sich um das Wohl der Gäste.
Neben dem Konzertsaal entsteht ein Clubraum mit Platz für rund 250 Personen. Auch dieser ist schallentkoppelt gebaut und überzeugt laut den Verantwortlichen mit hervorragender Raumakustik. Eine Clubbar sowie flexible Bühnenelemente ermöglichen Konzerte, Clubnächte und auch Vereinsanlässe.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des KIFF 2.0 ist das neue Restaurant mit rund 80 Plätzen, ergänzt mit einer L-förmigen Terrasse und einem Innenhofbereich, die je 40 Plätze bieten. Die Gastronomie soll eng mit dem Veranstaltungsbetrieb verzahnt werden.
In die Planung eingeflossen sind auch zahlreiche Erfahrungen aus dem bisherigen KIFF. So gibt es künftig einen grosszügigen Backstage-Bereich mit mehreren Aufenthaltsräumen für Bands, teilweise mit Oberlicht, Nasszellen, kleiner Küche und sogar einer Waschmaschine. Zusätzliche Night-Office-Räume stehen etwa Tourmanagern zur Verfügung. Ein ebenerdiges Loadingdock mit Anpassrampe erleichtert Anlieferungen und den Materialtransport direkt in den Konzertsaal. «Kein Treppensteigen mehr für die Bands», hiess es augenzwinkernd bei der Führung.
Auch das Regionalradio Kanal K wird Teil des neuen Kulturhauses: Es verlässt seinen bisherigen Standort an der Rohrerstrasse und bezieht im KIFF 2.0 neue Räumlichkeiten inklusive zwei Studios.
Ein zentrales Konzept des Neubaus ist die Modularität. Die verschiedenen Veranstaltungs-, Produktions- und Gastronomieräume sollen möglichst flexibel und effizient genutzt werden. So sind Grossveranstaltungen ebenso möglich wie intime Showcases. Tagsüber können in den Räumen Meetings, Workshops oder Proben stattfinden.
Die Eröffnung des neuen KIFF ist für den Frühling 2027 geplant – pünktlich zum 35-jährigen Bestehen des Aarauer Kulturhauses. Bis zum dreitägigen Eröffnungsfestival gibt es auf der Baustelle allerdings noch viel zu tun. Doch schon jetzt ist spürbar: Das KIFF 2.0 wird weit mehr als nur ein Neubau – es soll ein neuer kultureller Treffpunkt für Aarau und die Region werden.
Olivier Diethelm
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