Beat Wormstetter
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Das Faszinierende an der Floristik sei für sie die Kreativität, also jedes Mal etwas Neues zu gestalten und seinen eigenen Twist dazuzugeben, erklärt Jeanne Verstraete.
Bild: Olivier Diethelm
Die Jungfloristin Jeanne Verstraete aus Erlinsbach SO tritt in knapp zwei Wochen an den SwissSkills 2025 in Bern an. Im Porträt erzählt sie unter anderem, was sie an der Floristik fasziniert, welche Erfahrungen sie schon gesammelt hat und wie sie sich auf diesen grossen Event vorbereitet.
Erlinsbach SO Schon als Kind habe sie immer gerne Wiesenblumen gepflückt und schön arrangiert. Und Nägeli (auf Deutsch Nelken) seien der eigentliche Grund, warum sie Floristin geworden sei, erzählt Jeanne Verstraete schmunzelnd. «Als ich in der fünften Klasse war, bin ich mit einer gepflückten Blume in einem Blumenladen gelandet, um zu fragen, was das für eine Blume sei. Und so hat es sich ergeben, dass ich dort im Rahmen eines Zukunftstages als Floristin schnuppern konnte und danach wusste ich, dass ich gerne Floristin werden möchte.»
Das Faszinierende an der Floristik sei für sie die Kreativität, also jedes Mal etwas Neues zu gestalten und seinen eigenen Twist dazuzugeben, schildert die Erlinsbacherin. Dazu gehöre auch, bei jedem Auftrag die perfekte Lösung zu finden, die dem Kunden oder der Kundin Freude bereitet, sei es nun für einen freudigen oder auch einen traurigen Anlass.
«Ich bin schon ziemlich ehrgeizig und mag die kreative Herausforderung bei einem Wettkampf», erklärt Jeanne Verstraete ihre Motivation, an beruflichen Wettbewerben teilzunehmen. Am 18. und 19. März habe sie zuerst an der Zürcher Blumen Medaille 2025 in Zürich-Wangen teilgenommen, einem Wettbewerb für lernende Floristen. Am 21. März, also in derselben Woche, folgten dann im Gartencenter Wyss in Zuchwil die SwissSkills-Vorausscheidungen der besten acht Nachwuchstalente in Floristik aus dem Mittelland und Wallis.
«In Zürich konnte ich zwar nicht so gut abliefern, aber von dieser Wettkampf-erfahrung habe ich enorm profitiert und es hat mir für die Vorausscheidung in Zuchwil ein wenig den mentalen Druck genommen», betont die Floristin. «In Zuchwil haben mir dann das Umfeld, die Werkstoffe und die drei Wettbewerbsaufgaben sehr gut gepasst. Obwohl ich es überhaupt nicht erwartet habe, habe ich gewonnen und mir die Teilnahme an den SwissSkills in Bern gesichert, was mich natürlich extrem gefreut hat.»
Die Vorbereitung für Bern sei aktuell ein grosses Thema. Ihr Arbeitgeber von Arx Blumen und Garten unterstütze sie auch sehr gut und habe extra an zwei Abenden mit anderen Lernenden einen Übungswettkampf mit SwissSkills-konformen Aufgaben organisiert, so Jeanne Verstraete. Ihr Chef, Philipp von Arx, habe ja an den WorldSkills 2003 in St. Gallen die Goldmedaille gewonnen und die entsprechenden Erfahrungen.
Zudem habe sie letzte Woche am Flower & Style Battle in Rothrist teilgenommen, um wieder in den Wettkampf-Flow zu kommen. Und nächste Woche fände auch noch ein vom Schweizer Floristenverband organisierter Übungstag statt, wo unter anderem auch der Umgang mit den Medien geübt werde.
Vom 17. bis 21. September finden also auf dem Bernexpo-Areal die SwissSkills statt, an denen über 1100 junge Talente in 90 Branchen um eine Medaille kämpfen. 12 Jungfloristinnen und Jungfloristen stehen am Start. Es stehen Wettkampfaufgaben wie Sträusse, Gefässfüllungen und sonstige Überraschungsarbeiten an. Nach drei Vorrundentagen kämpfen die sechs Besten am Samstag im blumigen Finale um die Medaillen. Die Gewinner werden am Samstagabend anlässlich der grossen Gala verkündet. Den Medaillengewinnenden winkt eine Teilnahme an den WorldSkills 2026 in Shanghai oder an den EuroSkills 2027 in Düsseldorf.
Für Jeanne Verstraete ist Shanghai ihre grosses Ziel – «wenn schon, denn schon, getreu meinem Motto», sagt sie mit einem Lachen. Was auch passiere, sie werde auf jeden Fall in dieser Branche bleiben, weitere Erfahrungen sammeln, vielleicht mal eine Zeit lang im Ausland in der Eventfloristik arbeiten und je nachdem weiter an Wettbewerben antreten, wobei sie internationale Contests besonders reizen würden. Eines nach dem anderen, sie lasse es mal auf sich zukommen.
Von Olivier Diethelm
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