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Gemeindepräsident Andreas Urech. Bild: zvg
Muhen sei alles in allem auf einem gutem Kurs, so Gemeindepräsident Andreas Urech. Persönlich freut er sich auf die Arbeit im neu gewählten Ressort Kinder und Jugend.
Bei den Gesamterneuerungswahlen letzten September wurde der gesamte Gemeinderat wiedergewählt. Was bedeutet das für Sie?
Das ist sicherlich ein schönes Zeichen für die Arbeit, die geleistet wird. Allerdings muss man ja auch feststellen, dass es – anders als vor vier Jahren – keine Kampfwahl gab. Aber selbst so hätte die Bevölkerung ein Zeichen setzen können, wenn die Arbeit des Gemeinderates nicht goutiert würde. Klar, es lief nicht alles perfekt in den vergangenen vier Jahren. Aber gesamthaft gesehen, denke ich, sind wir auf gutem Kurs.
Im März 2025 wurde in den Müheler Nachrichten der unangebrachte Ton beanstandet, mit dem manche Kund/innen bei der Gemeindeverwaltung auftreten. Hat sich das nun gebessert?
Insgesamt ist es besser geworden. Aber dennoch glaube ich, dass es vor allem ein aktuell gesellschaftliches Problem ist. Es gibt viele Unruhen, weltweit, weniger Verlässlichkeit sowie viele Sorgen und Ängste, die man ertragen muss. Das verarbeitet nicht jede Person gleich. Wir müssen lernen, dass Kritik etwas Wünschenswertes ist. Aber sie muss konstruktiv sein und sollte in einem anständigen Ton daherkommen.
Ein weiteres Thema war die Neugestaltung der Schulstrasse. Dafür fand im Frühling 2025 ein Mitwirkungsanlass für die Bevölkerung statt. Wie ist hier der aktuelle Stand der Dinge?
Der Mitwirkungsanlass wurde vor allem von Schulkindern, Jugendlichen, Eltern und Nachbarn der Schulstrasse besucht. 2026 ist eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung geplant, an dieser die gewonnen Erkenntnisse aus dem Mitwirkungsanlass berücksichtigen werden.
Welche Projekte hat den Gemeinderat 2025 sonst noch in Anspruch genommen?
Es war von den Projekten her ein ruhiges Jahr. Das zeigte sich auch an der rekordverdächtigen, kurzen Wintergemeinde. Viele Projekte sind in der Vorbereitung, aber noch nicht so weit, dass man über sie abstimmen könnte. Bei der Verwaltung sind wir froh, insbesondere die Abteilung Bau und Planung wieder komplett besetzt zu haben. Da gilt es jetzt, die entstandenen Pendenzen zu erledigen. Und der Gemeinderat hat den Prozess begonnen, für die Entwicklung der Gemeinde sowie für unsere Werte Leitsätze und eine entsprechende Strategie zu erarbeiten.
Was steht weiter 2026 auf der Gemeindeagenda?
Der begonnene Weg betreffend Strategie und Leitsätze soll mit Einbezug der Bevölkerung fertiggestellt werden. Dann ist sicher die Thematik «Allwetterplatz» ein Projekt, das uns begleiten wird. Daneben arbeitet der Gemeinderat an der zukünftigen Struktur unserer Elektrizitätsversorgung. Im ortsbaulichen Bereich werden wir voraussichtlich ein grösseres Erschliessungsprojekt fertigstellen und im Zentrum soll nach Vorliegen der kantonalen Stellungnahme der Gestaltungsplan «Tannacker» vorangetrieben werden. Daneben läuft aber auch in allen anderen Ressorts viel. Nicht immer projektmässig, aber auch der «Alltag» beinhaltet genügend Arbeit.
Wie ist Muhen in Sachen Finanzen und Budget unterwegs?
Wir sind auf Kurs. Das Budget 2026 weist nochmals einen Aufwandüberschuss aus. Aufgrund vieler Neubauprojekte und der generellen Entwicklung gehen wir davon aus, dass das Budget 2027 mit einem schwarzen Ergebnis erstellt werden kann. Die Nettoverschuldung konnten wir auch dank konstant besseren Abschlüssen in den vergangenen Jahren reduzieren, ohne dass wir deswegen Investitionen in die bestehende Infrastruktur einstellen mussten. Aber es bleibt ein fragiles Konstrukt. Mittelfristig soll die Gemeinde wieder Ressourcen aufbauen, um auch grössere Investitionsvorhaben realisieren zu können.
Auf was freuen Sie sich 2026 persönlich am meisten?
Auf die Arbeit im neu gewählten Ressort Kinder und Jugend. Es ist nicht alltäglich, nach so vielen Gemeinderatsjahren nochmals einen neuen Bereich zu übernehmen. Ich bin gespannt auf die neuen Einblicke, welche ich dadurch erhalten werde und die neuen Kontakte in diesem Zusammenhang.
Ein abschliessendes Wort oder ein Wunsch?
Da knüpfe ich gerne an meine Worte an, die ich anlässlich des Neujahrsapéros gewählt habe. Es ist eine unruhige Zeit, in der wir leben. Wir können das Geschehen in der weiten Welt nicht ändern. Aber wir können ändern, wie wir miteinander umgehen. Und damit meine ich nicht die Beziehung zwischen Gemeinde und Bevölkerung, sondern den Umgang unter uns Mühelern: «Hebe mer Sorg zunenand!»
Interview: Olivier Diethelm
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